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Dienstag, 9. Oktober 2012

Tierisch ernst

Neulich hat sich in unserem Garten ein ganz merkwürdiges Wesen herumgeschlichen. Da es bereits einnachtete, konnte ich das ungewöhnliche und ein wenig furchteinflössende Geschöpf keiner Tiergattung zuordnen. Um das Tier nicht zu erschrecken, habe ich bei der folgenden Aufnahme keinen Blitz verwendet, weshalb auch das Foto ein wenig dunkel und unscharf erscheint.

Am nächsten Tag hielt sich das Tierlein immer noch in unserem Garten auf und auf einige Entfernung konnte ich es mir genauer betrachten, aber seht selbst:


Nach Beizug eines hiesigen Experten erfuhr ich, dass es sich hierbei um das äusserst seltene Exemplar der Raupe "Malus-Domestica" handelt, auch bekannt unter dem deutschen Namen Apfelmonsterraupe.



Montag, 8. Oktober 2012

Bunte Herbstblumen und Apfelgedicht



Die Kirschbäume haben schon mal ihr Herbstgewand angezogen, während sich die Apfelbäume immer noch im Spätsommer-Look präsentieren. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis sich auch bei uns der Oktober in all seinen goldigen und bunten Farben zeigt. 
 
Grüne Apfelblätter als Bilderrahmen und in der Mitte die Kirschbaumbätter-Blume mit bemaltem Stein

und noch näher ran und noch näher... 

Diese Herbstblume, welche in unserem Garten "wächst",  wird heute Abend ins Haus genommen und als Herbstdekoration auf unserem Esstisch Platz nehmen. Da diese Dekoration nicht lange hält, darf die "Blume" morgen dann wieder raus zu ihren anderen Freunden.  

Freitag, 5. Oktober 2012

Apfelernte


Die Apfelernte ist nun definitiv eröffnet.         
Bis jetzt haben wir zwar zwischendurch immer mal wieder ein Körbchen Fallobst gesammelt, welches für den Sofortkonsum in der Küche verwendet wurde, aber jetzt geht’s richtig los.

Vorallem unser Grösster freut sich jeweils sehr auf die Ernte und die daraus resultierende Ausbeute. Am ersten Tag ist er noch voll Elan und Einsatzbereitschaft dabei, an den darauffolgenden Tagen nimmt dann die Motivation deutlich ab. Die Ausdauer der beiden Jüngsten ist noch von seeehr kurzer Dauer. Abgesehen davon, dass die Kinder eh noch zu klein sind, um sich produktiv an der Ernte zu beteiligen, habe ich die Einstellung, dass die Mithilfe bei der Ernte und im Gemüsegarten nie ein MUSS sondern ein DÜRFEN sein sollte; den Kindern soll es in erster Linie Spass machen und in guter Erinnerung bleiben.


Von Hand und mit Stangen wird das süsslich duftende Obst in Harassen und Kisten gesammelt. Das Wetter zeigt sich diese Tage von der regnerischen, trüben Seite und erinnert vielmehr an den Monat November als an den Oktoberanfang. Warm eingepackt ist dies aber kein Problem und hindert uns nicht daran, gut gelaunt mit der Ernte zu beginnen.


Wie im Märchen Aschenbrödel der Gebrüder Grimm:
"Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen": Kisten für den Hausgebrauch, weitere zum Saft pressen und im Traktoranhänger landen die faulen Äpfel, welche mein Sohn zur „Apfeldeponie“ chauffiert.

Diese Transporte sind seine Lieblingsbeschäftigung während der Ernte und schon Kleinstmengen werden sofort im Traktor mit wichtiger Miene abtransportiert. Schliesslich möchte der kleine Mann später einmal den Beruf des Bauern ausüben und seinen grossen Traum eines gaaanz grossen Traktors der Marke John Deere verwirklichenJ! Aber bis dies soweit ist, heisst es erstmals mit der kleinen John Deere-Version vorlieb nehmen!
Mein "zukünftiger Bauer" ist ein richtiges Landkind. Er bezeichnet sich jeweils selbst so und ich muss immer schmunzeln, wenn er mir irgendwelche Gegebenheiten im Zusammenhang mit seinen Schulfreunden erzählt, bei welchen er ihnen zu Antwort gibt: „dies oder jenes weiss ich halt oder mach ich gern, etc. denn ich bin halt ein Landkind!“ Als wären all seine auch auf dem Land lebenden Schulkameraden keine sogenannten „Landkinder“J! Ja so ist er mein Sohn und wenn ich ihn mir so ansehe mit seinen an den Knien verstärkten Arbeitshosen, mit seinen von der Erde schwarzen Fingernägeln, die auch mit viel Schrubben kaum sauber werden, an die vielen Stunden denke, die er täglich bei jedem Wetter an der frischen Luft verbringt, dann muss ich ihm recht geben; er ist wirklich ein Landkind und das ist auch schön so.
Die Harassen stehen für den Abtransport bereit. Den grössten Teil der Äpfel bringen wir jeweils zum Saftpressen in die Mosterei.


Hier noch eine Übersicht der verschiedenen Apfelsorten:


Die meisten der hier gezeigten Äpfel auf dem Foto stammen von alten Hochstammbäumen (unter anderem Berner Rose, Menznauer Jäger, Sauergrauech). Nicht alle neun Apfelsorten bringen aber auch jedes Jahr gleich viele Äpfel hervor. Es gibt immer wieder Jahre, in welchen einzelne von diesen Bäumen praktisch keine Früchte tragen.

Naturkinder_gruenzeug_gross

Weitere Grünzeug Ideen findet ihr hier bei Caro von den Naturkindern

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Erntezeit im Tessin

Unser Kurzurlaub in die südliche Schweiz führte uns ins Tessin, wo auch die Urgrosseltern der Kinder wohnhaft sind.

malerische Gassen und Häuser prägen das Bild dieses Ortes
Immer wieder trifft man hier noch auf die typischen und für das Tessin charakteristischen teils eng aneinander geschmiegten Steinhäuser.

Ein Glück, sind die mühevoll in traditioneller Weise aufgeschichteten Steinhäuser und die engen Gässchen wenigstens noch teilweise erhalten, machen sie doch den Charme dieser Region aus.

Viele solche ehemaligen Ställe und Steinhäuser sind jedoch - unter anderem auch aus finanziellen Gründen - am Verfallen. Vermehrt wird glücklicherweise wieder die Anstrengung unternommen, diese ländlichen Steinhäuser, welche man hier Rustico nennt, wieder mit modernen Sanierungstechniken aufzubauen und somit diese ehemaligen Ställe bewohnbar zu machen. Die ausgebauten Rustici erfreuen sich besonders als Feriendomizil grosser Beliebtheit.

Im Garten der Urgrosseltern liessen wir es uns gutgehen und deckten uns mit dem hier wachsenden Obst ein.

Reife, blauschwarze Trauben hängen an Dolden an Lauben und warten nur darauf geerntet zu werden.


Warum hängt das Gute auch immer so weit oben? Zum Greifen nah und doch so unerreichbar …

Die Kiwis dürfen noch ein wenig hängen bleiben, denn sie benötigen noch ein paar Wochen bis zur Reife. Die Feigen aber am grossen Feigenbaum links im Bild, ja DIE lassen wir uns schmecken. 
 

Die  letzten Tomaten der Saison reifen an der warmen Steinwand des ursprünglichen Stalles.


Oberhalb des Grundstücks der Urgrosseltern befindet sich das ehemalige Waschhaus (Lavatoio), welches für die Öffentlichkeit bestimmt war. Hier wuschen die Waschfrauen des Dorfes einst auf den Steinbänken kniend ihre schmutzige Wäsche. Noch heute fliesst das Wasser ungehindert - dem Laufe der Zeit trotzend und ungeachtet des technischen Fortschritts - weiter. Ob wir wohl unseren nächsten Waschtag (siehe auch hierW wie Waschtag“) ins Lavatoio verlegen sollten?

Auch ein Abstecher zum Wasser durfte im Programm nicht fehlen: Steinmännchen bauen und wieder und wieder unermüdlich Steine ins Wasser werfen …
Schade, dass das aufgelaufene Schiff mit Graffiti verunstaltet wurde, ansonsten finde ich die Idee und Umsetzung dieses Betonschiffes genial, bettet es sich doch so schön in die Umgebung ein.













Sonntag, 30. September 2012

Gedicht: Der September

Der September
Das ist ein Abschied mit Standarten
aus Pflaumenblau und Apfelgrün.
Goldlack und Astern flaggt der Garten,
und tausend Königskerzen glühn.
Das ist ein Abschied mit Posaunen,
mit Erntedank und Bauernball.
Kuhglockenläutend ziehn die braunen
und bunten Herden in den Stall.
Das ist ein Abschied mit Gerüchen
aus einer fast vergessenen Welt.
Mus und Gelee kocht in den Küchen.
Kartoffelfeuer qualmt im Feld.
Das ist ein Abschied mit Getümmel,
mit Huhn am Spiess und Bier im Krug.
Luftschaukeln möchten in den Himmel.
Doch sind sie wohl nicht fromm genug.
Die Stare gehen auf die Reise.
Altweibersommer weht im Wind.
Das ist ein Abschied laut und leise.
Die Karussells drehn sich im Kreise.
Und was vorüber schien, beginnt.
Erich Kästner

Freitag, 28. September 2012

Herbstkranz



Schnell Schuhe und Jacken anziehen, jedem Kind ein Körbchen in die Hände gedrückt und dann ab in den Wald um Materialien für Herbstkränze zu suchen.
Anfangs sind wir noch gemütlichen Schrittes losgezogen,

doch schon bald war dann kein Halten mehr; die Kinder sind regelrecht dem Waldrand entgegen gestürmt und ich meinerseits musste mich beeilen, noch ein paar Fotos von den davoneilenden Kindern zu schiessen.


Rechts und links auf den Bildern kann man Brombeer- und Hagebuttensträucher erkennen, von welchen wir jeweils auf dem Rückweg ein paar Zweige abgeschnitten haben. Während die Grossen mit vollen Körben nach Hause kehrten, hat es meinem Jüngsten Spass gemacht die gesammelten Sachen im Korb wieder und wieder auszuleeren, den Korb kopfüber zu halten und zu schauen, wie alles so schön rauspurzelt, ja das ist es was wirklich Spass macht und wenn die Mama die ganzen Sachen dann immer wieder einräumt, dann fängt dieses tolle Spiel immer wieder von vorne an! Irgendwann hat die Mama dann aufgegeben :-)

Der untenstehende Ast ist unter anderem auch ein Mitbringsel von unserem Spaziergang. Er steht nun als "Trockenstrauss" bei uns im Wohnzimmer auf einem niedrigen Tischchen und es besteht somit kein Risiko, dass mein Kleiner das Wasser zu seinen so geliebten Wasserausleerspielen oder zum Trinken verwendet.



Am nächsten Tag hat mein ältester Sohn mit ein wenig Unterstützung meinerseits einen Stohkranz mit dem gesammelten Moos umwickelt. Anschliessend hat er die auf dem Spaziergang gesammelten Naturmaterialien zwischen die Drähte geklemmt. Rasch noch ein paar Blätter von Heidelbeere und Felsenbirne gesammelt und sie kurz zum Antrocknen und Pressen unter ein Buch geklemmt. Am Abend habe ich die Blätter, das Schneckenhaus und nicht so ganz festsitzende Materialien mit Heissleim befestigt.

Mooskranz mit Brombeeren, Hagebutten, Blätter von Felsenbirne und Heidelbeeren, Apfel, Schneckenhaus und div. Zapfen


 die Aktion Grünzeug ist ein Idee von Caro von den Naturkindern und findet jeweils am Freitag statt


Donnerstag, 27. September 2012

Fruchtfliegenfalle

Nun sind sie definitiv ALLE bei mir eingezogen! Betrete ich schwungvoll die Küche zucken sie erschreckt zusammen (so wie meine Kinder, wenn sie sich verbotenerweise aus dem Essensschrank bedienen) und suchen das Weite.

Hilfe, die Fruchtfliegen sind da und besetzen nun regelrecht meine Küche!!!! Wenn ich nicht Abhilfe schaffe, werden sie binnen kurzer Zeit auch noch das Wohn- und Esszimmer erobern!

Im Sommer schaue ich noch grosszügig über die Fruchtfliegen hinweg und decke dies und jenes mit Netzen ab. Kaum sind die Äpfel aber reif und befinden sich in unserem Haus, ist für die kleinen Fliegen kein Halten mehr. Bewege ich mich in der Küche hin und her, erheben sich ganze schwarze Wolken in die Höhe. Wenn die Fliegen - so wie jetzt - überhand nehmen, ist es Zeit, dass ich wieder eine Fruchtfliegenfalle herstelle. Das geht ganz einfach:


In einem kleinen Schälchen/Glas mischt man Essig, Apfelsaft und Spülmittel und spannt anschliessend eine Frischhaltefolie über das Gefäss, evtl. die Schale/das Glas noch mit einem Gummiband fixieren. Ein paar Löcher in die gespannte Folie stechen z.B. mit der Schere. Diese Löcher kann man aber auch mit dem Finger machen, die Löcher sollten einfach nicht allzu gross sein. Zum Schluss stellt man das Gemisch in der Nähe der Fruchtfliegen auf und wartet ein paar Tage, danach sollten fast alle Fliegen darin gefangen sein. Hat man die Fruchtfliegen an mehreren Orten im Haus, stellt man einfach an die jeweiligen Orte eine Schale hin. Gerade im Herbst dekoriere ich das Wohn- und Esszimmer häufig mit Äpfeln; steht die Fliegenfalle aber zu weit von diesen entfernt, lassen sich die Fruchtmücken nicht soweit weglocken. Darum kommt überall wo es Äpfel hat, oder in der näheren Umgebung davon, auch eine Schale hin.

Freitag, 21. September 2012

W wie Waschtag

Diese Woche war grosse Wäsche wie zu Grossmutters Zeiten angesagt. Zur Abwechslung waren es einmal die Kinder, die sich um die Wäsche kümmerten und nicht ich.

Eigentlich ist die heisse Jahreszeit schon vorbei, aber wir haben es dieses Jahr einfach noch nicht geschafft, die Puppenwäsche der Kinder zu waschen. Darum haben wir unseren längst überfälligen Waschtag diese Woche nachgeholt solange das Wetter noch mitspielt. Draussen macht das Waschen einfach mehr Spass und die Aufwischarbeit entfällt.

Fleissige Händchen reiben die Puppenkleidchen mit Kernseife ein und schrubben die Kleider anschliessend eifrig auf dem kleinen Kinderwaschbrett. Das kleine Waschbrett stammt noch aus meinen eigenen Kindertagen.

Es ist zu erwähnen, dass die Kinder mit viel mehr Freude und Elan an diese „Arbeit“ herangehen als ich dies jeweils bei meinen Wäschebergen tue  J.
Die Puppenkinder warten unterdessen draussen geduldig auf ihre Kleidchen.
Diese kleine Puppe habe ich meinem jüngsten Sohn zu seinem 1. Geburtstag genäht. Nun darf sie jeden Abend mit ihm in seinem Bettchen schlafen. Der mit Schäfchenwolle gefüllte Puppenkörper ist zwar von der Form her kompakt, aber doch ganz weich, so dass man mit der Puppe wunderbar kuscheln kann.

So nun aber wieder zurück zur Wäsche. Die ist in der Zwischenzeit nämlich gewaschen

und hängt nun fröhlich farbig zum Trocknen am Zaun.


Die Kinder sind nach der Wasseraktion

auch wieder mit trockenen Kleidern ausgestattet und die Sonne verabschiedet sich schon langsam hinter den Bäumen und wird bald untergehen. Ein schöner Tag neigt sich dem Ende entgegen.

Samstag, 8. September 2012

Ich sehe ROT

Heute geht es hier ROT zu. Ob nun kulinarisch ...

als kleine Zwischenmahlzeit,



... als Mittagessen



...oder aber im Garten ...

 denn noch zeigt sich die Flora hier bei uns vorwiegend sommerlich bunt.


Und diese fröhlichen roten Farben habe ich mit dem Fotoapparat versucht festzuhatlen, fast so, als könne man so auch den Sommer noch ein wenig länger festhalten.


Die Feuerbohnen recken sich mit ihren feurig roten Blüten der Sommersonne entgegen.




Normalerweise ist es mir kein Bedürfnis, den Sommer länger festzuhalten. In den Vorjahren habe ich dem Frühherbst sogar immer freudig entgegengefiebert . Obwohl alle Monate ihre schönen Seiten haben, der September ist mein absoluter Lieblingsmonat. Tagsüber sind die Temperaturen angenehm warm und in der Nacht kühlt es herrlich ab.
Dieses Jahr aber hat sich der Sommer nur mit wenigen echten Hitzetagen gezeigt. Diese waren dafür aber umso intensiver, als wolle der Sommer all die bis anhin kühleren Temperaturen damit wettmachen. Und mit dieser "Sommerdiät" bin sogar ich als Herbsfan nicht satt geworden. Darum mach ich es wie Frederick die Maus und sammle Sonnenstrahlen und bunte Farben für den langen Winter.


Auf die Blütezeit der Dahlien freue ich mich jedes Jahr. Nicht nur draussen im Garten, sondern auch als Vasenschmuck machen sich die Dahlien sehr gut.


so anmutig wie eine Seerose sieht diese rosa-aprikofarbige Dahlie aus

 










Natürlich zeigt sich bei uns auch hie und da schon ein klein wenig der Herbst, aber davon ein andermal mehr.