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Donnerstag, 2. Mai 2013

Blumentag: Vergissmeinnicht


Nicht immer sind Blumen Anlass zur Freude.


Mit Bestürzung und Trauer habe ich heute vom plötzlichen Tod meines Onkels erfahren.

Diesen Blumenstrauss mit Vergissmeinnicht habe ich heute in Erinnerung und Gedenken an meinen Onkel gepflückt.

„Lieber M. wir werden dich nie vergessen, du wirst immer einen Platz in unserem Herz haben. Daher habe ich für mein Sträusschen an dich die Blume "Vergissmeinnicht" ausgewählt. Deine sonnigen Seiten werden in uns allen weiterleben, was durch die sonnige Gerbera symbolisiert wird. Wir bedauern sehr, einen so liebenswerten Menschen wie dich verloren zu haben. Mögest du in Frieden ruhen.“

"Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in eurem Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
bin ich immer bei euch!"
(Antoine de Saint Exupery)


Den zweiten Strauss widme ich einer Bekannten, über deren Tod ich ebenfalls heute benachrichtigt wurde. 
„Liebe C. viele Jahre hast du um dein Leben gekämpft, bis es nicht mehr ging und du nicht mehr kämpfen konntest. Ich bewundere deine Lebenskraft, mit der du trotz Diagnose nur noch für eine Weile zu leben, so lange deiner Krankheit getrotzt hast.“


Zweimal die gleiche Krankheit fast der gleiche Todeszeitpunkt und so anders der Verlauf der Krankheit, irgendwie verwirrend für mich.

Bewusst habe ich mich bei den Sträussen für die beiden Verstorbenen für fröhliche Farben entschieden.


Das orange und gelb der Blumen soll auch Hoffnung und Trost sein, so dass neben unserer Trauer auch wieder die Heiterkeit einen Platz findet.


Durch solche Todesfälle wird einem wieder die Vergänglichkeit des Lebens bewusst. Daher wäre es wünschenswert, das Leben bewusst zu geniessen, mit allen Sinnen das Leben wahrzunehmen und es in sich aufzusaugen, die schönen Seiten zu schätzen und dankbar zu sein für all die Erfahrungen, die wir mit geliebten Menschen teilen dürfen - denn jeder Tag ist ein Geschenk Gottes. 

Weitere Freitagsblumen gibt es auf den Blogs von 

Freitag, 4. Januar 2013

Glasklarer Neuanfang oder ...

... auch "Jäger und Sammler" mögen's gern übersichtlich


Leider, leider gehören mein Mann und ich beide der Gattung „Jäger und Sammler“ an. Nur sammeln wir nicht die gleichen Sachen, denn dann wären die Berge von Dingen, die sich im Laufe des Jahres so ansammeln noch überschaubar. Nein, wir beide haben unsere ganz eigenen Sammelgebiete. Bei den gelegentlichen „Materialdiäten“ (=Aufräumaktionen) möchte dann am liebsten jeder die Sachen des anderen loswerden ;-)


Seit ein paar Tagen halten wir uns untertags auf, d.h. im Keller. Alles, was im Kellerraum so lagerte, haben wir zusammengetragen, überflüssiges ausgeschieden und all die vielen, vielen, vielen…. Sachen, welche wir behalten möchten, wieder in neuen Ordnungssystemen untergebracht. Nun schaut der erste Kellerraum schon mal ganz ordentlich aus. Am Wochenende kommt Keller Nr. 2 an die Reihe. Ich hoffe, das geht dann ein wenig schneller vor sich, da wir bereits im Sommer schon mal eine Generalräumung vorgenommen haben. So gewinnen wir zu Jahresbeginn wieder die Übersicht.


Dieser hölzerne Vogel darf noch ein paar Tage im Haus zwischen der Deko verbringen, bis ich ihn an die frische Luft setze und er seine Aufgabe als Futterstelle für die Wildvögel wahrnehmen kann; denn im  Vogelkörper kann man mittels des Holzstabes einen Meisenknödel befestigen.


Die Weihnachtsdeko ist wieder im Keller verschwunden, geblieben sind einzig der nun kugellose Tannenbaum und die Krippenfiguren, die noch bis zum Drei-Königstag bleiben dürfen.


Da meine Weihnachtsdekoration meistens sehr üppig und ausladend ausfällt, ist mein Bedürfnis nach all den satten, roten Farben, welche in der überladenen Advents- und Weihnachtszeit vorherrschen, definitiv gestillt!


Wie schon in meinem Beitrag „Adventskranz“ im untersten Abschnitt erwähnt, sehne ich mich anfangs Januar nach Ruhe, Klarheit und Minimalismus.


Der Jahresbeginn symbolisiert für mich einen Neubeginn. Idealerweise werden Altlasten am besten im alten Jahr gelassen, unbeschwert und frei von Belastetem - sei dies nun emotionell oder materiell (sprich Gerümpel) - hat man theoretisch wieder eine Chance neu zu beginnen.


Früher fühlte ich gelegentlich in den ersten Januartagen eine gewisse Melancholie; eine Leere, nach all den vielen gesellschaftlichen Anlässen und dem ganzen Weihnachtstrubel machte sich breit.


Heute empfinde ich das ganz anders. Ich geniesse die sogenannte „Leere“ nun als erholsame Ruhe, als Entspannung nach einer ausgelasteten und intensiven Phase. Es ist zu Jahresbeginn die Zeit gekommen, sich wieder einen Durchblick zu schaffen, sich über einiges klar zu werden, z.B. wohin möchte man sein „Lebensschiff“ in den kommenden 12 Monate hinsteuern, an welchen Häfen wird angelegt und wo bleibt man lieber an Bord?



„Wie Innen so aussen“, sagt man doch so schön. Und so ist meine Stimmung auch in meinem äussern, d.h. im Haus wiederzufinden: Die Farben sind glasklar, weiss, ein wenig braun und eine Spur von Silber.


Das Glas, gibt mir nun den nötigen Durchblick und verschafft Klarheit. Unaufdringlich auch das Weiss der Kerzen (ähnlich einem unbescholtenen weissen Blatt). Zurückhaltung ist in Sachen Dekoration also bei mir angesagt. Ich brauche Platz zum Atmen. Diese Ruhephase birgt auch die Chance für noch ungeahnte Möglichkeiten, die sich im Laufe des Jahres auftun können.




Zu beobachten ist dies ganz deutlich in der Natur: Der Januar ist (normalerweise) bekannt für seine bittere Kälte, Schnee (WEISS) liegt über der Landschaft, gefrorenes Wasser wird zu Eis (GLASKLAR) z.B. sind die Seen gefroren, Eiszapfen in kunstvollen Gebilden sind anzutreffen. Die Sonne spiegelt sich silbern über der Schneelandschaft (SILBER). Die Natur hat sich zurückgezogen, viele Pflanzen ziehen ihre Säfte in die Wurzeln zurück, nur die Äste (BRAUN) zeugen noch von ihrer Existenz.


Und warum dies alles? Weil im Frühling sich wieder ungeahnte Möglichkeiten auftun: Aus dem scheinbaren Nichts, ist das helle Grün von zarten Blattknospen zu erkennen, Blumen spriessen in den herrlichsten Farben aus der Erde hervor, Tierbabies werden geboren. Alles erwacht nach dem Winterschlaf zum Leben.


Ebenso wir Menschen sind ein Teil dieser Natur  und auch für uns können sich ungeahnte Möglichkeiten auftun, nicht nur zum Jahresbeginn, denn …

Die Grenzen unseres Denkens, sind die Grenzen unseres Erfolgs!


Mittwoch, 12. Dezember 2012

Puderzucker-Schnee


Seit einiger Zeit schon hat sich hier bei uns der Schnee niedergelassen. Mich machen diese Schneetage einfach glücklich und froh. Schon beim morgendlichen Blick aus dem Fenster hebt sich mein Stimmungsbarometer deutlich. Am Freitag jedoch sollen die Minustemperaturen wieder merklich ansteigen und mit ihnen kommt dann auch der Regen (was wiederum meinen Stimmungsbarometer zum sinken bringt *grins*). Bevor es jedoch regnet, möchte ich die Gelegenheit nutzen, um noch ein paar morgendliche Fotos der letzten Tage zu zeigen:


Blick aus unserem östlichen Badezimmerfenster in Nachbars Garten. Die ganzen schneeverhangenen Bäume und Sträucher sind fast zum Greifen nah. Und wenn dann noch bei klarem Himmel (was auf dem Foto jedoch nicht der Fall ist) die rosa-rötliche goldene Sonne im Osten hinter diesen schneebezuckerten Bäumen aufgeht, kann der morgendliche Anblick gar nicht märchenhafter und zauberhafter sein (auf jeden Fall viel motivierender, als wenn ich einen Blick in den Spiegel werfe, wo einem jemand mit müder und finsterer Miene entgegenblickt!) 

Im oberen Foto noch der Ausblick aus unserem hinteren nördlichen Badezimmerfenster.
Aber nicht nur draussen ist alles weiss überzuckert, auch drinnen in der weihnachtlichen Backstube sind die Weihnachtskekse mit Puderzuckerschnee überzogen.  






Ein Schneeflockenkeks hat sich zu den noch ofenwarmen Weihnachtskeksen im Teller hinzugesellt.

Mittwoch, 28. November 2012

Der Himmel brennt!

„Mami, es brennt!“, rief neulich mein Sohn aufgeregt, als er morgens zum Fenster raus schaute. Dann fügte er hinzu: "Genau so hat der Himmel doch auch gebrannt im Buch von den Eichhörnchen."
Damit meinte er das Buch: „So schön ist der Herbst! Im bunten Wald mit Matz, Fratz und Lisettchen“ von Rose Pflock und Kazuo Iwamura
Die drei Eichhörnchenkinder Matz, Fratz und Lisettchen erhalten von ihrer Mutter rot gestrickte Pullover und ziehen warm angezogen raus in die Natur und entdecken dort zur Herbstzeit allerlei rote Sachen wie Pilze, Beeren, Blätter und eben die Sonne mit ihrem rotem Schein am Himmel.

Flammenmeer

Ich bin immer wieder von neuem erstaunt, wie sich die Lichtverhältnisse innerhalb wenigen Augenblicken, ja fast in Sekunden, verändern können, gleichzeitig auch fasziniert von  der intensiven Farbwirkung dieses Naturschauspiels und dankbar über das Glück diesen ganz kurzen besonderen Moment genau in diesem Moment  erlebt zu haben. Während sich nicht einmal eine Stunde später die Sonne hinter den Wolken verkrochen hat und der übliche Novembernebel aufgezogen ist, habe ich diesen "goldigen Moment" noch den ganzen Tag über in mir getragen.  



Explosion der Farben einerseits und andererseits geht  von dieser Morgenstimmung eine unglaubliche Ruhe aus. 



Morgenrot
Der Tag erwacht ganz still und leise,
die Sonne macht sich auf die Reise,
von ihrem Schlaf im Sternenzelt;
beginnt den Horizont zu malen,
schenkt ersten Farben leuchtend Strahlen,
haucht Morgenzauber in die Welt.
(…)
© Nuance von hier 

Samstag, 17. November 2012

Seelenwärmerli


Die Tage werden kürzer, es wird wieder schneller dunkel, die Natur zieht sich in diesen Novembertagen zurück, zurück zur Mutter Erde, um in ihrem Schoss den Winter über zu ruhen.

„Da kommt der Herbst mit Sturm und Wind,
treibt sie zur Mutter heim geschwind.
Geh nun zu Bett, du kleine Schar
und schlaf dich aus bis nächstes Jahr“

So schrieb Sybylle v. Olfers in ihrem Kinderbuch „Etwas von den Wurzelkindern“ 


Nicht nur in der Natur draussen gibt es dunkle Monate mit wenig Licht und weniger Sonne; unabhängig von den Jahreszeiten gibt es auch bei uns Menschen immer wieder Zeiten, wo die Schattenseiten im Leben überwiegen, wo man die Sonne kaum mehr sieht oder glaubt nicht mehr zu sehen. Manchmal trifft der Schatten einem selbst, manchmal sind Bekannten und Verwandte betroffen – so wie bei mir gerade. Menschen aus meinem engeren Umkreis mit Sorgen, Ängsten und Leid konfrontiert zu sehen, geht mir nahe, manchmal sogar sehr nahe. Zum Glück habe ich einen Mann, der mich in solchen Momenten immer wieder auf den Boden der Realität zurückholt und mir klarmacht, dass ich die Probleme und Sorgen anderer nicht zu meinen eigenen machen darf.

Ich denke hier unterscheiden sich auch die Wörter Mitgefühl und Mitleid. Mitfühlen, bedeutet für mich Anteil nehmen am Leid des anderen, zu spüren und zu fühlen, wie es dem anderen geht, für ihn da sein, ihm zuzuhören. Mitleid jedoch ist noch eine Stufe mehr, man LEIDET regelrecht MIT, je nachdem so fest, dass man Mühe hat sich zu distanzieren vom Leid des anderen und es zu seinem eigenen macht. Und damit ist letztendlich beiden Seiten nicht geholfen.

In eben solchen Momenten, versuche ich dann wieder, mich auf das Schöne, auf die Sonnenseite des Lebens zu konzentrieren. Das müssen nicht grosse Sachen sein, meistens sind es gerade alltägliche und manchmal kaum beachtete Kleinigkeiten im Leben, die Balsam für die Seele sind und das Herz wieder zum Lächeln bringen.

Diese Woche ist mir im Blog von Frau Kreativberg folgendes Zitat in die Augen gesprungen:

"Halte dein Gesicht in die Sonne, dann fallen die Schatten hinter dich."

Dieses Zitat hat mich beeindruckt, so dass es nun zur Erinnerung an meinem Badezimmerspiegel hängt. Und wie es der Zufall so will, ass ich tags darauf eines dieser ganz bunt eingepackten Bonbons (welche ich sonst eigentlich nie esse), in welchen auf der Papierinnenseite ein weiser Spruch oder ein Zitat steht. Und ratet welcher Spruch für mich bestimmt war? Ja genau, der obige Spruch mit dem Gesicht in die Sonne halten!

Nachdem dieses Zitat meine Woche zu bestimmen scheint, halte ich also mal das Gesicht ganz fest in die Sonne und lasse die Schatten hinter mir J

Ich habe diese Woche deshalb ganz bewusst Ausschau nach „Seelenwärmerlis“ gehalten, wie z.B mein Sohn, welcher zusammen mit seinem Papa die ersten Leseversuche unternimmt (obwohl er noch nicht alle Buchstaben kennt). Diese Intensität und Konzentration beim Entziffern der Buchstaben und Wörter von meinem sonst so lebhaften Jungen zu beobachten, erwärmt mein Herz. Sowie auch zu sehen, wie er den Augenblick zusammen mit seinem Vater geniesst.


Dann wiederum anderntags das fröhliche und wilde Spiel draussen. Der Glücksmoment des Grossen mithilfe eines Spatens (an dessen Stil er hochkletterte) einen Baum erklommen zu haben, von welchem ich zuvor nicht dachte, dass er dies schaffen könnte. Die Freude des Buben, dass die Mama und der kleine Bruder ihn dort oben nicht sahen und darum suchten, obwohl er direkt neben dem Haus sich mucksmäuschenstill versteckt auf dem Kirschbaum hielt. Dann das Hochklettern bis zu den obersten dünnen Ästen, um aber sogleich wieder von der Mama (der Spielverderberin) zurückgerufen zu werden. All diese Erlebnisse gehören für mich in die Kategorie „Seelenwärmerli“.

Höhenluft 


Dann die normalerweise unruhige, quengelige Zeit vor dem Nachtessen, welche heute ausnahmsweise mal ganz friedlich verläuft und welche ich deshalb nutze, mich zum Stricken hinzusetzten, um kurz darauf unterbrochen zu werden, da Kind 2 auch „stricken“ möchte. Sobad ich mich wieder hinsetzte, hat sich der Grosse entschieden, dass er nun doch auch zu Nadel und Wolle greifen möchte. Natürlich möchte der Jüngste nun auch den älteren Brüdern nacheifern und erhält darum auch Wolle und Häkelnadel. Da es aber nicht so funktioniert mit dem „Stricken“ wie er sich das vorgestellt hat, endet das Ganze in wütendem Geschimpfe.

 Ich habe längst meine Stricksachen beiseitegelegt, der Kleine hat sich nun wieder beruhigt und kuschelt sich müde auf meinem Arm an mich. Und ich geniesse einfach den Moment die beiden kleinen Strickbübchen zu betrachten. Den mittleren Bub, wie er den Wollfaden um die Stricknadel wickelt, um mir dann, wenn die Nadel dicht mit dem Faden umwickelt ist, stolz sein Werk zu zeigen und sich erkundigt, wann denn jetzt nun der Handschuh, welcher er stricken möchte, fertig sei! Einfach süss, in solchen Momenten könnte ich dahin schmelzen.


Der älteste Junge möchte mir seine ersten Strickanschläge zeigen, welche er in der Schule in der Handarbeitsstunde gelernt hat, möchte wissen, ob ich auch so schnell wie er anschlagen kann…

Solche Augenblicke nähren und geben einem immer wieder die Kraft, um auch schlechtere Zeiten zu bewältigen und ein weing Distanz zu gewinnen.

Eigentlich sind wir täglich so viele Male von vielen berührenden Momenten umgeben, es liegt aber an uns, sie wahrzunehmen!

Montag, 5. November 2012

Morgenstund hat Gold im Mund ...


...besagt ein altes Sprichwort und wenn man dieses Lichtspektakel in der Morgendämmerung so sieht, kommen einem dazu kaum Zweifel auf. Selbst ich als nachtaktive Fledermaus und Morgenmuffel sehe diesen Morgen durch die rosarote Brille und Blicke einem goldigen Tag entgegen; möge kommen was wolle.

rosa, rot und goldig verfärbt sich der Morgenhimmel


das Schauspiel ist nur von kurzer Dauer ...



... aber das frühe Aufstehen hat sich gelohnt








Mittwoch, 31. Oktober 2012

Der Mond geht auf die Reise


Mein mittlerer Sohn mag die Sterne und den Mond, ja den Mond sogar ganz besonders gerne. Oft entdeckt er sogar tagsüber immer wieder mal den Mond am Tageshimmel. Es kam schon vor, dass ich ihm dann erklärte, dass dies die Sonne sei, welche er meinte zu sehen, der Mond würde erst gegen Abend kommen. Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt und nach einigem Suchen am Firmament haben auch wir anderen Familienmitglieder ihn dann erspähen können (sehr schwach aber er war eindeutig da)!

Gestern stand ich abends, als die Kinder schliefen, am Fenster und sah den Vollmond zwischen den schwarzen Umrissen der Bäume hindurchscheinen. Dabei musste ich unweigerlich an mein Söhnchen denken. Ja nun sieht sogar die Mama, welche ja manchmal blind wie ein Maulwurf zu sein scheint, den Mond. Sogleich habe ich meinen Fotoapparat geholt, um diese mystische Stimmung einzufangen, was mir jedoch nicht annähernd gelungen ist; mal war das Foto zu dunkel, mal wollte der Fotoapparat nicht auslösen, da er nicht fokussieren konnte, dann war das Bild zu verwackelt, was wohl auch daran lag, dass ich kein Stativ besitze und zudem noch zitternd vor Kälte ohne Jacke auf dem Balkon stand. Das nachfolgende Foto ist somit das einzige, welches für diesen Post zur Auswahl stand. 

Die untenstehenden Bilder und das kleine Nachtgebet sind insbesondere für mein kleines "Mondkind", welches schon darauf wartet, das „Mondbild“ anzusehen, sobald ich diesen Post veröffentlicht habe.


 Leise, leise, leise
der Mond geht auf die Reise.
Er zieht am Himmel seine Bahn
und hält an unser'm Hause an.
Hier schaut er durch das Fensterlein.
Schlaf, mein liebes Kind, schlaf ein.


Montag, 22. Oktober 2012

Morgenstimmung im Oktober


Als ich neulich beim morgendlichen Lüften des Schlafzimmers auf den Balkon trat, zeigte sich mir dieser Anblick:
 
 Nebelmeer zur frühen Morgenstunde: Dichter Nebel hat sich über die Talschneisen gelegt


Sanft umhüllt der Nebel Feld, Wald und Wiesen mit seinem weissen Schleier
 

Septembermorgen im Oktober: Der Titel des nachfolgenden Gedichts entspricht zwar nicht mehr dem jetzigen Monat, aber inhaltlich scheint mir der Text dazu trotzdem wie zugeschnitten auf diese neblige Morgenstimmung im Oktober zu sein.

Sonntag, 2. September 2012

Glück im September

Nachdem mir vor ein paar Tagen noch die Sonne den Rücken gewärmt hat, zeigt mir nun der Sommer die kalte Schulter. Bei deutlich kühleren Temperaturen, verbunden mit sehr viel Regen und Wind, machen wir es uns seit zwei Tagen vorwiegend drinnen gemütlich.
Passend zum Wetter und zum Septemberanfang noch ein Gedicht von Hermann Hesse:

September

Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehn, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen,
müdgewordenen Augen zu.

Hermann Hesse (1877-1962)
Soweit vorgeschritten wie im Gedicht „September“ ist die Natur bei uns zwar noch nicht, aber es fühlt sich mit der Kälte und dem Regen zumindest so an, als würde der Sommer sich nun definitiv verabschieden.
Ich mag es, bei Regenwetter alleine im Wald oder auf der Wiese spazieren zu gehen. Einfach raus in die Natur, ohne ein Ziel vor Augen loszugehen, den Gedanken freien Lauf zu lassen, den Alltag hinter sich zu lassen. Diese Momente sind zwar sehr selten, ich kann mich aber in dieser kurzen Zeit wunderbar erholen und komme anschliessend entspannt und glücklich zu meinen Lieben zurück. Jedes Mal geht mir danach durch den Kopf, dass ich dies einfach öfters machen sollte, aber dann vergehen so schnell wieder die Tage und Wochen, bis ich mir wieder Zeit dazu nehme, diese eigentlich wichtige Zeit für mich ganz alleine - meine Zeit.
Bei Regenwetter draussen zu sein hat etwas Beruhigendes, leicht Melancholisches und doch wunderbar Erfrischendes an sich. Ich kann es nur schwer mit Worten beschreiben, es ist vielmehr ein innerliches Gefühl, ein Gefühl der Stille und der Ruhe. Man ist alleine unterwegs ohne einer Menschenseele zu begegnen. Man hört das regelmässige Geräusch des Regens und fühlt wie der nasse Regen einem über das Gesicht rinnt, nimmt den Duft des Regens wahr.
Wenn man so ganz bewusst die Umgebung wahrnimmt, sich vollkommen im jetzigen Augenblick befindet, fühlt es sich an, als bleibt die Zeit stehen, schaut man dann zur Uhr, stellt man erstaunt fest, dass schon wieder „Zeit“ zum Heimgehen ist, obwohl man doch erst gerade losgezogen ist.
Gestern habe ich auf solch einem Spaziergang sogar das Glück gefunden ;-))!
Schon jahrelang halte ich Ausschau nach 4-blättrigen Kleeblättern, bisher ohne Erfolg. Eine Klassenkameradin hatte seinerzeit in der Grundschule ein solch „glücksbringendes“ Kleeblatt gefunden und ich wollte damals auch so gerne eines selbst finden. Mein Mann erzählte mir, dass er früher etliche von diesen Blättern gefunden hatte und er dachte ob der Vielfalt seiner Funde, dass dies ja gar nichts Besonderes sei. Ja für ihn nicht, aber ich war Jahre später immer noch auf der Suche nach dem „Glück“. Ich war langsam schon überzeugt, dass 4-blättrige Kleeblätter wohl zwischenzeitlich ausgestorben sind! Bis ich gestern im Bruchteil einer Sekunde auf der Wiese meinte, eines im vielen Klee wahrgenommen zu haben. Vorsichtig hob ich meinen Stiefel, wieder hoch - denn ich war bereits darauf getreten - und da entdeckte ich meinen lang ersehnten Fund. Obwohl das Kleeblatt nur einen symbolträchtigen Charakter hat, habe ich mich sehr darüber gefreut.
GLÜCKlich ging ich nach Hause…















Zum Abschluss möchte ich Euch noch folgendes Zitat mitgeben:

"Glück haben, heisst noch nicht glücklich sein.
Glücklich ist nur, wer das Gefühl hat,
selbst die Quelle seines Glücks zu sein"
 
In diesem Sinne wünsche ich allen viele glückliche Momente.

Sonntag, 19. August 2012

Ein besonderer Tag ...

war anfangs Woche nicht nur für uns Eltern, sondern insbesondere auch für unseren ältesten Sohn, der seinen ersten Schultag erleben durfte. Vor lauter Vorfreude konnte er am Vortag kaum einschlafen. Er hat sich stundenlang im Bett gewälzt, um dann wieder frühmorgens als erster aufzustehen. In freudiger Erwartung trug er seinen Schulsack  bereits zwei Stunden vor Unterrichtsbeginn auf seinem Rücken. Nun beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt, auf den er sich schon seit ein paar Monaten freut.

Gerade eben noch habe ich meinen Erstgeborenen als Winzling in meinen Armen gehalten und schon ist er in der Schule. Ich bin stolz auf meinen Sohn und freue mich zu sehen, wie auch er stolz ist nun endlich zu den Grossen zu gehören und wie er wichtig seinem jüngeren Bruder erklärt, dass er nicht malt sondern „schreibt“ und das ist ja wohl ein grosser Unterschied oder ;-))
Als sich vor ein paar Wochen die letzten Kindergartentage näherten, stand ich mit einem lachenden aber auch mit einem tränenden Auge da. Ich freue mich zwar immer, wenn meine Kinder entwicklungsmässig einen Schritt vorwärts machen, aber es kommt auch ein klein wenig Wehmut auf. Das Alte ist nun endgültig vorbei und kommt nie mehr zurück (am meisten erlebe ich das bei meinem jüngsten Sohn). Daher möchte ich mir immer wieder bewusst machen, wie wichtig es ist, den Moment/eine gewisse Zeitspanne bewusst mit allen Sinnen zu erleben und auch immer wieder mal zu geniessen trotz des Alltagstrubels mit Haushalt, Garten, Erledigungen, Krankheiten und Problemen.
Sich zu fragen: Wann habe ich meinen Kindern das letzte Mal einfach zugesehen und zugehört wie sie lachen, konzentriert spielen, beobachtet wie sich jedes in seiner eigenen Art und Weise bewegt, den kindlichen Eigenduft der Kleinen wahrgenommen? Die Zeit vergeht so schnell. Zuerst kann man es kaum erwarten, dass unsere Kinder dies oder jenes erlernen und selbständig werden, dann blickt man reumütig zurück; wie schön waren doch die frühen Kinderjahre. Die Vergangenheit ist jedoch vorbei, nichts bringt sie mehr zurück, die Zukunft liegt noch ungewiss vor einem. Das „Jetzt“, das „Heute“ aber, das können wir in vollem Bewusstsein erLEBEN und versuchen jeden Tag unseres Lebens zu nutzen und zu geniessen.