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Donnerstag, 1. Mai 2014

Osmanthus

Aufgrund der neuen Linienführung im Garten "mussten" wir resp. mein Mann einen Teil unserer Buchshecke versetzen. 
Das war ein "Chrampf", die vor Jahren dicht gesetzten und mittlerweile ca. 80cm hohen dicht inenander eingewachsenen Sträucher auszugraben. Ich hatte mit meinem Gewicht keine Chance mit dem Spaten die betonharte Erde und das sich ausgebreitete ineinandergewachsene Wurzelwerk zu durchstossen. Zum Glück konnte ich meinen Mann von meiner Idee überzeugen, was nicht immer so einfach ist! 

Er: Wieso arbeitest du nicht im Garten und stehst nur rum?
Ich: Ich stehe nicht rum, ich überlege...
Er: Oh nein, nicht schon wieder! Was immer es sein mag, vergiss es, wir haben anderes hier im Garten zu erledigen!
Ich: Weisst du ich habe eine Idee...nein, unterbrich mich nicht,... ist dir noch nicht aufgefallen, dass die Hecke so wie sie jetzt steht überhaupt nicht mehr ins neue Bild passt?
Er: Stopp, die Buchshecke  bleibt
Ich: Jaaa, sie bleibt, sie wird nur um einen Meter schräg verschoben....komm mal her ich zeig dir was ich meine.... 


 So meine ich das...immer schön der Mauer entlang

 


 Es scheint meine Argumente sind diesmal überzeugend gewesen :-)

Jetzt müssen wir nur noch gut angiessen und in Tag- und Nachtschicht den Buchs vor dem Buchsbaumzünsler bewachen! 

Aber gäbe auch Alternativen, denn 

es muss nicht immer Buchs sein! 

Im Jahr 2009 haben wir zwar auf unserem Terrassengarten eine Buchshecke und noch weitere einzelne Buchspflanzen gesetzt. Obwohl mir schon damals vom Buchs abgeraten worden war, glaubte ich nicht so recht an den gefrässigen Buchsbaumzünsler, der bis jetzt noch nicht in unserem Dorf angelangt war. Leider musste ich schon ein wenig später die Bekanntschaft mit dem importierten Tierchen machen. Seitdem spritzen wir von Frühling bis Herbst…vor ein paar Wochen haben wir schon wieder die erste Raupe entdeckt! 

Nie würde ich heute mehr neuen Buchs zukaufen; zu mühsam sind die ständigen Kontrollen der Bestände und das anschliessende „Gifteln“, aber die nun doch schon mehrere Jahre alten Buchsbestände zu eliminieren, das mag ich irgendwie auch wieder nicht, obwohl es uns immer wieder durch den Kopf geht, denn neben dem Aufwand mit dem Buchs ist auch das wiederholte Gift spritzen ein grosses Minus (selbst wenn es sich um das biologische Mittel Delfin handelt). Auf unserem Terrassengarten sind wir jedoch auf immergrüne Pflanzen angewiesen. Denn aufgrund unserer extrem steilen Hanglage war der Bau einer (Beton)mauer fast unausweichlich; diese hässliche Mauer möchte ich nun aber stellenweise ganzjährig mit immergrünen Pflanzen kaschieren. Flachwurzler - wie es auch Buchspflanzen sind - sollten es sein, denn die Terrassenebene hat nur eine geringe Pflanztiefe, da sich unterhalb dieses Gartens eine Garage befindet. 

Das immergrüne Geissblatt Lonicera henryi habe ich letztes Jahr gesetzt, nun aber als ich ihn aufgrund der neuen Konstellation der Beete versetzten wollte, habe ich bemerkt, dass dieser Schlinger auch nach unten extrem lange Wurzeln macht (eigentlich logisch aber ich habe gar nicht daran gedacht) und daher auch die Gefahr besteht, dass er in kurzer Zeit die Abdeckung über der Garage durchwurzelt. Nun bekommt „Henryi“ einen neuen Platz, wo der sein wird ist noch offen.

Auf der Suche nach immergrünen Pflanzen bin ich vor ein paar Jahren in der Baumschule auf den Strauch Osmanthus burkwoodii gestossen.


Die Blätter dieses Strauches sind grösser als diejenigen des Buxus sempervirens. Der Wuchs ist locker verzweigt, je öfters man aber schneidet, desto dichter der Wuchs, ähnlich wie es auch beim Buchs der Fall ist. Auch den Osmanthus kann man in Form schneiden (z.B. Kugel) wie ich im Internet gesehen habe. Wir haben unseren Osmanthus jedoch noch nie geschnitten, da der lockere unkonventionelle Wuchs erwünscht ist. 

Die Frühlingsduftblüte wie der Osmanthus burkwoodii auch genannt wird, hat den Vorteil, dass im Frühling (April/Mai) hunderte von winzig kleinen weissen Blüten erscheinen, die einen wunderbaren Duft verströmen.

Hier habe ich gelesen, dass der intensive Duft der „süssen Duftblüte“ (Osmanthus fragrans) eine stimmungsaufhellende Wirkung haben soll, auch soll er harmonisierend wirken und kreative Energien freisetzen…
Ob diese Eigenschaften wohl auch auf die Sortenbezeichnung „Burkwoodii“ zutreffen? Wenn ja, dann strecke ich meine Nase jetzt ganz tief in den Strauch, atme tief ein und hoffe auf einen kreativen Schub :-)


Der Osmanthus ist keine schnellwüchsige Pflanze – unser Exemplar ist ca. 3-4 Jahre alt, so ca. 1.20m hoch. Je nach Standort resp. Licht und Bodenverhältnisse wächst er unterschiedlich schnell. Unser Busch hier hat einen sehr sonnigen und durch die Mauer geschützten Standort, jedoch muss ich auch sagen, dass er schon 3x umgesetzt wurde und somit auch nie Gelegenheit hatte sich so richtig zu verwurzeln. 

Hier unten auf dem Foto als Vergleich ein Osmanthus der fast gleich alt ist, jedoch um ein vielfaches kleiner ist, da er im Schatten mit Wurzeldruck eines 40 jährigen Ahorns wächst. Auch die Blüte setzt durch den schattigen Standort etwas später ein.


 Der langsame Wuchs dieser Pflanze täuscht jedoch, denn der Osmanthus kann problemlos eine Höhe von 2 Meter oder mehr erreichen. Aber wie bereits erwähnt, kann er per Schnitt auf der gewünschten Höhe gehalten werden - ähnlich wie beim Buchs, der ebenso eine Höhe über  2 Metern erreichen kann, aber auch viel kleiner gehalten werden kann!

In manchen Gegenden oder Lagen kann der Osmanthus burkwoodii etwas kälteempfindlich sein, bei mir hat er jedoch noch jeden Winter ohne Winterschutz (ausser der Mauer) gut überstanden, selbst letztes Jahr (oder war es vorletztes?), wo so viele Pflanzen erfroren sind, hat er keine Frostschäden davongetragen. Auch die beiden Exemplare unter dem Ahornbaum überstehen die Winter jeweils problemlos. Nur bei einer Nachbarin, sind einmal ein paar Zweige zurückgefroren, die jedoch nach einem Rückschnitt wieder nachgewachsen sind.
Theoretisch bevorzugt der Osmanthus eine absonnige Lage (Halbschatten), aber bei mir steht er den ganzen Tag in brandiger sonniger Lage und gedeiht ebenso problemlos.
 
Vor ein paar Wochen haben wir auf unserem Terrassengarten noch einen zweiten Osmanthus gesetzt. Ich freue mich schon, wenn das Grün im Winter einen weiteren Teil der Betonmauer verdeckt und der Strauch im Frühling seinen umwerfenden Duft verströmt. Im Vergleich zu anderen Jahren war dieses Frühjahr der Duft schon von weitem vernehmbar. Ich weiss nicht ob dies am trockenen und sonnigen Wetter lag oder ob der Strauch ein paar Jahre alt sein muss bis er so intensiv duftet wie dieses Jahr. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere (fast) immergrüne Alternativen - der hier in Europa zwar nicht einheimische Osmanthus gehört jedoch zu meinen immergrünen Favoriten, speziell, wenn man sich einen 100% immergrünen Strauch der über 1 Meter hoch werden soll wünscht.

Kommentare:

  1. Dein armer Mann, das sieht nach schwerer Arbeit aus.
    Aber nachher wird es umso besser aussehen.
    Und auch Überlegen ist wichtig im Garten, da braucht Dein Mann gar nicht entsetzt zu sein.
    Bin schon so auf die fertigen Bilder gespannt und freue mich, dass Du auch eine Pivoines bald Dein eigen nennen kannst.
    Hab ein schönes Wochenende, ganz liebe Grüße
    Nicole

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  2. Was für eine Knochenarbeit! Manchmal ist es doch nicht so schlimm, keinen Garten zu haben. ;-)
    Das mit dem Aussäen des Salbeis ist eine tolle Idee. Ich werde die Samen sammeln und es einfach mal in meinen Töpfen versuchen. Wobei bei mir in den Pflasterfugen alles eigentlich besser wächst als im Topf...

    Herzlich, Katja

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  3. Liebe Sarah, ich musste lachen über eure einleitende Diskussion - die könnte so ähnlich auch im Rostrosengarten stattfinden ;o))
    Wir sind auch vom Zünsler heimgescuht worden - inzwischen habe ich alle Buxe entfernt, ich hatte aber (inziwschen sage ich "zum Glück"!) nie eine so tolle hecke wie ihr, sondern nur Kugeln und Kegeln und eine Minihecke aus selbstgezogenen Zweiglein... Ich drück euch die daumen, dass alles wieder gut anwächst. Der Osmanthus erinnert mich an die Pflanze, die wir jetzt bei unserem Kurzurlaub in Kroatien so häufig gesehen und vor allem gerochen haben - aber ob es wirklich dieselbe Pflanze ist? Dort existierten nämlich ganze BÄUME, um einiges höher als 2 Meter... der Geruch war betörend!
    Ganz liebe Grüße
    Traude

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